Das geht ja gut los hier

Ingeborg Drosteempfängt Mitarbeiter, Kunden und Besucher der StadtwerkeLangen mit einem Lächeln, einem Bonbon oder auch einemScherz.

Naschwerk:

Naschwerk: IngeborgDroste reicht einemBesucher einen Bonbon.Die Schale an derEmpfangstheke ist beikleinen und großenGästen beliebt

Das Erste, was Stadtwerke-Mitarbeitermorgens sehen, wennsie die Zentrale in der Weserstraße14 betreten, ist ein strahlendesLächeln. Es gehört IngeborgDroste. Meist lächeln siedann zurück. So kann der Tagbeginnen.

Die 59-Jährige empfängt Kunden,Besucher und Mitarbeiterder Stadtwerke Langen. „Ichhab viel Spaß an meiner Arbeitund das bekomme ich zurück.“Verstellen braucht sich IngeborgDroste dafür nicht: „Aufgesetztlächeln könnte ich gar nicht, dashält doch keiner aus. Entwederman ist gut drauf oder nicht!“

Selbst wenn ein Kunde mit rotemKopf ins Foyer stürzt, weiler wegen einer unbezahltenRechnung angemahnt wurde,behält die sympathische Damehinter dem Empfang die Nerven.„Da hilft nur: Ruhe bewahren,die Leute runterkommen lassen.Die meisten beruhigen sich,wenn man ihnen freundlich begegnet.“

Mit der Zeit hat sie gelernt, inGesichtern zu lesen, Menschenund ihre Stimmung einzuschätzen.Egal ob Schlipsträger oder Blaumann, Auszubildende oderGeschäftsführer, Kunden allersozialen Schichten und Nationalitäten:An ihr kommen allevorbei.

„Manche sind reserviert oderin sich gekehrt, die spreche ichnicht an. Andere freuen sichüber einen lockeren Spruch oderWitz. Das muss man einschätzenkönnen.“ Manchmal hilft auchdie kleine Schale mit Bonbonsauf der Empfangstheke, um dasEis zu brechen. Ingeborg Drostebefüllt sie immer als Erstes, morgensum 7.30 Uhr.

Schnack mit Azubis

Frohnatur:

Frohnatur: Wer in der Stadtwerke-Zentrale anruft, kennt ihreStimme – Ingeborg Droste nimmt eingehende Telefonate entgegen

Mies gelaunt hat Ingeborg Drostewohl noch kein Stadtwerke-Mitarbeiter zu Gesicht bekommen.„Höchstens mal etwasmüde.“ Mit fröhlichem Klang inder Stimme begrüßt sie Besucherund leitet Anrufer weiter,bestückt nebenbei das Pressearchiv,öffnet Lkw-Fahrern dieSchranke neben dem Gebäude,erledigt Verwaltung und Administration.Hin und wieder kommenAuszubildende auf einen„Schnack“ vorbei, wie IngeborgDroste in schönstem Plattdeutschanmerkt. Sie ist imniedersächsischen Salzgitter aufgewachsenund lebt seit 36 Jahrenin Dreieich.

Neustart mit 59

Wer Ingeborg Droste im Umgangmit Besuchern oder Kollegenerlebt, könnte meinen, siesei schon ewig bei den Stadtwerken.Stimmt aber nicht.Erst seit August 2014 sitzt sieam Empfang. Vorher arbeitetesie im Druckzentrum Neu-Isenburg,das nach der Insolvenzder „Frankfurter Rundschau“ geschlossenwerden musste. Wierund 230 weitere Kollegen verlorsie ihre Arbeit. Vielleicht istIngeborg Droste auch deshalbso glücklich an ihrem neuen Arbeitsplatz.Ein Neustart mit59 Jahren, das ist nicht selbstverständlich.

Wie sehr sich Ingeborg Drostebereits mit ihrem neuen Arbeitgeberidentifiziert, verraten ihre Fingernägel. Zur Informations-,Gewerbe- und Verkaufsausstellung,kurz IG EVA, hat sie sichzwei Nägel in Blau lackiert. Natürlichin Stadtwerke-Blau.